Impfraten gegen Grippe zu niedrig


Grippesaison noch nicht vorbei
Impfraten gegen Grippe zu niedrig

In Deutschland lassen sich zu wenig Menschen gegen Grippe impfen, obwohl jährlich 5000 bis 10.000 Menschen an dieser Virusinfektion sterben. Das berichten Wissenschaftler des Versorgungsatlas, einer wissenschaftlichen Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI). Noch ist es nicht zu spät, die Impfung für die Grippesaison 13/14 nachzuholen.

Nicht mal jeder Zweite geimpft

Ausgewertet haben die Forscher des ZI die bundesweiten Abrechnungsdaten aller Vertragsärzte für Grippe-Impfungen gesetzlich versicherter Patienten aus der Impfsaison 2009/2010. Die Analyse ergab: Die Durchimpfungsrate betrug hierzulande nur 44 Prozent. Auffallend sind darüber hinaus die regionalen Unterschiede. In den alten Bundesländern waren die Impfraten mit 39 Prozent niedriger als in den neuen (58 Prozent). „Geht es um den Schutz gegen die Influenza lässt sich das unterschiedliche Impfverhalten zwischen den neuen und alten Bundesländern sogar innerhalb Berlins entlang des früheren Mauerverlaufs nachweisen“, erläutern die Wissenschaftler.

Impfung jetzt nachholen

Vor allem bei der älteren Generation besteht Nachholbedarf. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bei älteren Personen eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent. Denn viele ältere Menschen  haben eine geschwächte Abwehr oder chronische Erkrankungen. Eine Grippe verläuft bei ihnen deshalb oft schwerer. In den neuen Bundesländern betrug die Impfrate der über 60-jährigen jedoch nur 60,2 Prozent, in den alten Bundesländern sogar nur 41,0 Prozent.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Impfraten in dieser Saison ähnlich niedrig liegen. „Da die jährliche Grippewelle in Deutschland meist nach der Jahreswende einsetzt und es 10 bis 14 Tage dauert, bis sich der Impfschutz nach der Immunisierung aufgebaut hat, ist es auch jetzt noch nicht zu spät, sich gegen die Influenza zu wappnen“, rät Dr. Burgi Riens vom Versorgungsatlas-Team.

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